Nachhaltigkeit in Lieferketten – warum das Thema für Verlader zunehmend relevant wird
Nachhaltigkeit entwickelt sich weltweit zu einem zentralen Thema in internationalen Lieferketten.
Was lange vor allem grosse Unternehmen betraf, erreicht inzwischen immer stärker auch Verlader aus Industrie, Handel und Logistik – also KMU-Unternehmen, die Waren importieren, exportieren oder entlang globaler Lieferketten bewegen.
Die Gründe dafür sind vielfältig:
- neue regulatorische Entwicklungen in Europa, wie das EU-Lieferkettengesetz (CSDDD) und der Digitale Produktpass (DPP)
- strengere Regeln gegen Greenwashing
- steigende Erwartungen von Kunden und Investoren
- zunehmende Transparenzanforderungen entlang globaler Lieferketten, wie z.B. die Verordnung Massnahmen im Zusammenhang mit der Situation in der Ukraine
Viele dieser Entwicklungen betreffen Schweizer Unternehmen nicht unmittelbar durch Regulierung, aber zunehmend indirekt über ihre Kunden, Partner und internationalen Märkte.
Gerade Verlader geraten dadurch vermehrt in eine Situation, in der sie Informationen zu Emissio-nen, Lieferkettenstrukturen oder Nachhaltigkeitsmassnahmen bereitstellen müssen.
In vielen internationalen Ausschreibungen ist diese Entwicklung bereits deutlich sichtbar.
Auch im Bereich der Logistik zeigt sich diese Entwicklung besonders klar: Für viele Unternehmen zählen Transport, Lagerung oder Verpackung zu den sogenannten Scope-3-Emissionen – also zu den Emissionen innerhalb ihrer Lieferkette.
Damit rückt die Zusammenarbeit zwischen Verladern, Logistikdienstleistern und weiteren Partnern entlang der Lieferkette zunehmend in den Fokus.
Rolle des Swiss Shippers’ Council
Der Swiss Shippers’ Council (SSC) verfolgt diese Entwicklungen seit einiger Zeit intensiv.
Als Netzwerk der Verlader versteht sich der SSC auch als Plattform, um neue Entwicklungen frühzeitig zu diskutieren und für seine Mitglieder einzuordnen.
Dabei geht es nicht darum, zusätzliche Bürokratie zu schaffen oder Unternehmen mit neuen An-forderungen zu konfrontieren.
Vielmehr geht es darum,
- Entwicklungen frühzeitig verständlich zu machen
- Auswirkungen auf Verlader realistisch einzuordnen
- und praxisnahe Perspektiven für Unternehmen aus Industrie und Handel aufzuzeigen.
Austausch und Orientierung für Mitglieder
Der SSC wird das Thema nachhaltige Lieferketten künftig verstärkt aufnehmen und seinen Mit-gliedern verschiedene Möglichkeiten bieten, sich damit auseinanderzusetzen.
Dazu gehören unter anderem:
- Fachbeiträge und Informationsformate
- Veranstaltungen und Erfahrungsaustausch
- Einordnung neuer regulatorischer Entwicklungen
- sowie Diskussionen über praktische Auswirkungen für Verlader.
Ziel ist es, Orientierung zu schaffen und den Dialog zwischen Verladern, Logistikunternehmen und weiteren Partnern entlang der Lieferkette zu fördern.
Ausblick
Das Thema nachhaltige Lieferketten wird auch beim kommenden SSC-Forum in Interlaken eine Rolle spielen. Dort soll das Thema erstmals vertieft aufgegriffen und gemeinsam mit Expertinnen und Experten diskutiert werden.
Der SSC wird seine Mitglieder laufend über weitere Entwicklungen und Initiativen informieren.